22.11.2008: Silvio-Meier Gedenkdemo
1600 Leute | Polizeirepression | Naziangriff

Rund 1600 DemonstrantInnen, darunter der Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg und BVV-Abgeordnete, zogen dieses Jahr von Friedrichshain über die Frankfurter Allee, mit kleinem Abstecher zum Amtsgericht Lichtenberg, durch die Skandinavische Straße, Wönichstraße und zurück zum S-Bhf. Lichtenberg über die Weitlingstr. Demonstriert wurde gegen drei Treffpunkte der Nazis in Lichtenberg und den Doorbreaker im RingCenter. In Redebeiträgen wurde außer auf Antifa-Themen auch beispielsweise auf die Situation der Hausprojekte, die Mobilisierung gegen die NATO-Tagung, gegen den Frauenknast in Lichtenberg eingegangen.
Die Berliner Polizei machte erstmalig lückenlose Vorkontrollen, nahm Transparente und Fahnen ab, schüchterte Jugendliche mit sog. Gefährdenansprachen ein und verzögerte den Start der Demo unnötig lange. Alle TeilnehmerInnen wurden abgefilmt und nach Einbruch der Dunkelheit an jeder Straßenkreuzung mit Flutscheinwerfern aufgehellt. Die gesamte Demo hindurch waren die DemonstrantInnen daran gehindert den Zug zu verlassen - Polizeiumringt kam mensch mit den Lichtenbergern wenig ins Gespräch. Zivilbeamte liefen ebenfalls in großer Anzahl in der Demo - auch ohne sich kenntlich zu machen mit und provozierten. Die Auswertung der Demonstrationsbeobachtung durch Kritische JuristInnen folgt noch.
Am Ende warfen Nazis von einem Dach Sophienstr. Ecke Weitlingstr. Farbeier auf die Demo. Im Umfeld der Demo wurden 5 Nazis festgenommen, weil sie sich bewaffnet in einem Hausflur aufhielten.
Im Vorfeld der Demo gab es mehrere Veranstaltungen und die Mahnwache an Silvio Meiers Todestag. Diesmal auch mit internationaler Beteiligung. >>> Sonderseite

Berichte
>>> Berlin: Erinnerung an Silvio Meier, Eindrücke von Kudanek
>>> Presse

Bilder
>>> CCPhotos, FlickR, Indymedia, Carookee

Vorfeldaktion zum Action-Day

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Aufruf

Alle Jahre wieder...
heißt es heraus auf die Straße, zur Silvio-Meier-Demonstration. Gemeinsam wollen wir der unzähligen Opfer faschistischer Übergriffe gedenken und ein Zeichen für eine starke linke Jugendbewegung setzen, die solidarisch den bestehenden Zuständen den Kampf ansagt. Auch heutzutage kommt es immer wieder zu rechter Gewalt, die sich gegen Menschen richtet, die nicht ins rassistische, antisemitische und homophobe Weltbild der Neonazis passen. Kaum ein Tag vergeht ohne eine Meldung über erneute Angriffe auf Migrantinnen und Migranten und linke Jugendliche. Auch 16 Jahre nach dem Tod des Friedrichshainer Hausbesetzers und Antifas Silvio Meier morden Neonazis. Seit 1990 kamen in Deutschland an die 200 Menschen durch neonazistische Gewalt ums Leben. In den immer stärker nach rechts abdriftenden gesellschaftlichen Kontext eingebettet, entstehen immer wieder Orte wo Neonazis in einigen Bereichen eine dominierende Rolle einzunehmen versuchen.

...gegen die gleiche Scheiße
Es liegt an uns, diesem Treiben entgegenzutreten. Wo rechte Ideologien immer mehr Zulauf finden und Thor Steinar-Klamotten zur Massenmode werden, ist es an uns eine Alternative aufzuzeigen. Linke und autonome Freiräume bieten die Möglichkeit zur Etablierung gesellschaftskritischer Ideen und ermöglichen ein solidarisches Miteinander. Aus diesem Grund gilt es Selbstorganisierte Projekte gegen Staat und Nazis zu verteidigen und neue zu schaffen. Immer wieder zeigt sich, dass vor allem die Schaffung linker Strukturen probate Mittel sind, um ein Vordringen rechter Dominanz zu verhindern. So sind vor allem die Wohngebiete im Berliner Osten, in denen linke Freiräume Seltenheitswert haben, ein beliebter Rückzugsort für aktionistische Jungnazis, Kameradschaftler und Parteikader. Doch auch dort gibt es Strömungen, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus zur Wehr setzen. Diese gilt es zu unterstützen und auszubauen. Mit ausdauernder antifaschistischer Arbeit auf allen Ebenen, der Rückeroberung des öffentlichen Raumes, dem Schaffen linker Freiräume und dem Veranstalten von Kulturangeboten mit linkem Backround wird den Nazis erfolgreich Gegenwehr geboten.

Begleitmusik zu Mord und Totschlag
Eine beliebte Strategie zur Politisierung und Radikalisierung von rechten Jugendlichen ist das massenhafte Angebot und Verbreiten von neonazistischer Musik. Rechtsrock, in seinen vielen Facetten, ist oftmals der erste Berührungspunkt für Jugendliche mit der rechten Szene. Aus Akten und Presseberichten ist bekannt, dass neonazistische Täter und Täterinnen nicht selten vor ihren Übergriffen Neonazismusik hörten. Auch in Lichtenberg ist eine wichtige Zweigstelle für die Herstellung und den Konsum von Rechtsrock zu finden. Unweit des Bahnhofs Lichtenberg betreibt die Neonazi-Gruppe "Kameradschaft Spreewacht" (KSW) ein Clubhaus. Eng verwoben ist die KSW mit der erfolgreichen Neonaziband Legion of Thor, aber ebenso besitzen sie Kontakte zu örtlichen Kameradschaftlern, zu DVU-Biedermännern und NPD-Kadern. Mehrmals in der Woche öffnet die KSW ihr Clubhaus für Kneipenabende an denen Neonazis verschiedenster Prägung zu Rechtsrockabenden zusammenkommen. Hierbei handelt es sich nicht nur um eine Kneipe, die Neonazis den Eintritt erlaubt. Vielmehr betreiben hier Neonazis für Neonazis einen Clubraum, in dem sie ungestört ihre menschenverachtende Musik konsumieren und weitere Aktivitäten planen können. Gerade aufgrund der Gefahr die von der, nach Außen abgeschotteter, Rechtsrockszene ausgeht, ist es für uns als Antifaschistinnen und Antifaschisten nicht hinnehmbar, dass es so etwas unwidersprochen in Lichtenberg gibt. Wir werden nicht zusehen wie die Rechtsrockszene hier ein Domizil aufbaut und sich ungehindert treffen kann.

Den Tätern und Täterinnen auf die Pelle rücken
Gerade jugendliche Neonazis aus Lichtenberg wagen immer wieder den Blick über den rechten Tellerrand und versuchen auch im vermeintlich linken Friedrichshain aktionistisch zu werden. So kam es im Laufe des Jahres 2008 immer wieder dazu, dass Neonazis aus dem Umfeld des "Nationalen Widerstands Berlin" und aus den ehemaligen Strukturen der mittlerweile verbotenen "Kameradschaft Tor" in Friedrichshain Migrantinnen und Migranten, linke Hausprojekte und alternative Jugendliche angegriffen haben oder es versuchten. Natürlich ist es wichtig den Neonazis direkt auf der Straße unmissverständlich zu verstehen zu geben, dass sie in Friedrichshain und anderswo nicht erwünscht sind. Die Mittel dazu sind vielfältig. Eine Möglichkeit ist auch, die Täter und Täterinnen in ihrem Wohnumfeld aufzusuchen und ihre Nachbarschaft direkt zu informieren um wen es sich bei dem Jugendlichen im schlecht-kopierten Autonomenlook nebenan handelt. Deswegen ist es nur natürlich, immer wieder im Weitlingkiez zu demonstrieren und den Neonazis zu zeigen, dass sie auch dort weder anonym noch sicher vor antifaschistischem Widerstand sind.

Wir bleiben Alle!
Das sich rechte Strukturen nicht in allen Bezirken in gleicher Vehemenz ausbreiten liegt vor allem am Bestehen linker Strukturen und Freiräume. Immer wieder stellt sich heraus, dass sie das beste Mittel gegen neonazistische Strukturen und kapitalistisches Alltagsgrau sind. Aber auch diese Strukturen sind in Berlin massiv bedroht, seien es anstehende Versteigungen, das Fortschreiten der Gentrifizierung, Räumungen, die Aufbesserung der Kieze durch Firmen oder durch staatliche Planungsbüros. Die Solidarität der Silvio-Meier-Demo gilt auch immer wieder den Hausprojekten in Berlin, anderswo und weltweit. Aus wichtigem Grund: seit Jahren bedingen sich das Zurückdrängen neonazistischer Gewalt und die Schaffung alternativer, linker und autonomer Strukturen.

He Ho lets go!
Gründe gibt es genug am 22. November 2008 ab 15 Uhr zusammen auf die 16. Silvio-Meier-Demo unter dem Motto: Aus Trauer wird Wut! Gegen Rechtsrock, Naziparteien und Autonome Nationalisten auf die Straße zu gehen. Wir werden nicht zusehen, wie sich rechte Strukturen ausbreiten, wie schmierige Rechtsrocker ihre CDs produzieren und ihr Bier trinken, wie Möchtegern-Autonome Nationalisten menschenverachtende Gewalt auf die Straße tragen und wie es dem erfolgreichsten Mittel gegen Neonazis, den linken und autonomen Strukturen, in Berlin immer schwieriger gemacht wird zu existieren.
Deswegen zusammen am 22. November 2008 ab 15 Uhr U-Bhf. Samariterstraße auf die Straße!

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Antifa-Jugendinfo
Inhalte: Tonsberg-ThorSteinar-Shop in Mitte, Rigaer94-Bleibt!, 60 Jahre NATO, Bildungsstreik, Volkstrauertag mit Nazibeteiligung, Beschönigung der Gewalt-Statistiken, Wahljar 2009, Russland und die Antifa, Vorratsdatenspeicherung.
>>> Download als PDF

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AnwohnerInnen-Flublatt
Warum schon wieder eine linke Demonstration in Lichtenberg?

Liebe Anwohnerinnen und Anwohner,
Was hier gerade an ihnen vorbeizieht ist eine antifaschistische Demonstration. Hätten sie unter Umständen gar nicht erkannt, oder? Warum ziehen die Demonstranten sich eigentlich fast alle so schwarz an? Wirkt irgendwie unpassend? Was soll das?
Solche oder ähnliche Bedenken sind oft zu hören, wenn sich Antifaschistinnen und Antifaschisten entschließen, ihren Protest gegen Nazis offen auf die Straße zu tragen. Hier wird dann häufig das Argument gebracht, was Demonstrationen denn bringen sollen. Die Antwort darauf ist einfach: Von nichts kommt nichts. Auch wenn sie selbst noch keinen Konflikt mit Neonazis hatten – andere sind ständig davon betroffen. Wegen ihrer Hautfarbe, ihrer sexuellen Orientierung oder einfach wegen ihres Aussehens sind Leute verbalen Anfeindungen oder sogar tätlichen Angriffen von Neonazis ausgesetzt. Auch wenn man selbst nicht ins Angriffsraster eines Herrenmensch-Denkens fällt, ist es wichtig sich zu solidarisieren.
Dass es Rassismus, Rechte und Neonazis gibt, ist eine Tatsache. Dies lässt sich nicht leugnen. In den Schlagzeilen und der Öffentlichkeit landet das nur dann, wenn es wieder mal zu Hetzjagden oder sogar Toten gekommen ist. Aber warum muss man warten bis wieder eine Existenz zerstört ist? Wir denken, dass es dann zu spät ist! Man muss früher mit seiner Handlung und der Gegenwehr anfangen. Und der erste Schritt dahin ist; weg von einem Ignorieren und Leugnen – hin zu einem offenen Umgang und der Diskussion darüber. Man muss diesem Problem von anti-humanistischen Verhaltensmustern, neonazistischem Weltbild ins Gesicht sehen und sich der sich stellenden Aufgabe annehmen. Eine rechtsextreme Einstellung ist nicht erst ein Problem, wenn es wieder zu Tätlichkeiten gekommen ist. Das Problem fängt mit dem Denken und Reden an – Handeln nach der menschenverachtenden Ideologie ist immer erst der zweite Schritt! bitte wenden
Eine Demokratie verlangt eine verantwortungsbewusste und aktive Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger am Geschehen. Deswegen gibt es Mittel politischer Teilhabe und hierzu zählt auch die Möglichkeit einer Demonstration. Wir laden sie ein, ihre Verantwortung wahrzunehmen, sich zu solidarisieren und in die Demonstration einzureihen. Setzen sie ein offenes Zeichen gegen Neonazis und rechte Meinungen.
Die sehen aber so komisch aus die Leute – so viel schwarz Gekleidete? Aber auch bunte Pulllis, Strickjacken, leuchtende Mützen oder das Arbeitsalltagsgrau sind erwünscht. Es mag befremdlich wirken, dass sich viele Antifaschistinnen und Antifaschisten der schwarzen Kleidung bedienen. Viel wichtiger aber als die Mode ist doch, wofür wir heute auf die Straße gehen: gegen Rassismus, menschenverachtende Ideologie und Neonazis.
Wir freuen uns, wenn sie sich heute oder ein anderes Mal in die antifaschistische Demonstration einreihen. Oder auch ihrem Nachbarn, wenn der wettern sollte, weil er mit seinem Auto nicht aus der Parklücke kommt, dass das schon richtig und wichtig ist mit den Demonstrationen. Solidarität hat viele Gesichter. Vielleicht nimmt es ja auch die Form ihres Gesichtes an.

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Redebeiträge

Thor-Steinar-Shops schließen!
Warum der Doorbreaker im RingCenter bald verschwindet.

Redebeitrag der Antifa Friedrichshain

Das Bekleidungsgeschäft im Ring Center, links von euch, soll verschwinden, weil Thor Steinar verkauft wird. Was die Presse in den letzten Wochen als Neuigkeit dargestellt hat, ist seit Gründung von Doorbreaker 1997 ein Problem. Der Laden vertreibt schon immer Marken, die äußerst beliebt sind bei den Lichtenberger Neonazis und gewaltgeilen Hooligans. Nur ein paar Jahre ist es her, dass hier neben HipHop-Klamotten auch gestickte White-Power-Fäuste, Thorshämmer und Master-Race-Shirts verkauft wurden. Dass nun ausgerechnet die unscheinbare Nazimarke Thor-Steinar der Grabnagel für den Laden wird, ist der langjährigen Arbeit der Antifa zu verdanken.
Seitdem es Thor Steinar gibt, verkauft der Doorbreaker die Marke ohne schlechtes Gewissen. Auch nachdem 2004 das Runen-Logo in Berlin verboten wurde, ging der Verkauf weiter. Angeblich seien die illegalisierten Aufdrucke sogar unter der Ladentheke verbilligt verkauft worden. Bekannte Lichtenberger Neonazis kaufen im Doorbreaker ihre Klamotten, ob nun rechte Marken oder schlichte schwarze Windbreaker, Rucksäcke, Caps und Tücher. Damit ist bald Schluss.
Natürlich gab es schon vor Jahren offene Briefe an die Center-Leitung. Aus Protest mit Farbe beschmierte Sweater und zerrissene Shirts setzten den Betreibern zumindest finanziell zu. Doch durch den hohen Publikumsverkehr im Ring-Center stimmte trotzdem die Kasse. Die Betreiber expandierten und eröffneten die Ladenkette „Snow and Sun“, die ein ähnliches Angebot führt und beispielsweise in den Gropius-Passagen zu finden ist. Seit Start der Stopp-Thor-Steinar-Kampagne geht es bergab mit den Verkaufszahlen. Die Antifa-Kampagne klärt seit Jahren über die Verstrickung der Marke in die Neonazi-Szene auf. Es wurde zunehmend schwieriger das Zeug ungestraft zu verkaufen. Erfolgreiche Kampagnen gegen einzelne Läden, wie den Tonsberg in Mitte verursachten ein großes Medienecho und klärte ein für alle Mal die Fronten. Wer Thor-Steinar verkauft oder trägt, braucht sich nicht zu wundern als Nazi tituliert zu werden.
Schon im letzten Jahr reagierte die RingCenter-Leitung und kündigte dem Laden aufgrund seines zwielichtigen Angebots. Der Doorbreaker zahlte aber weiterhin die Miete und weigerte sich auszuziehen. Nachdem im August der Laden als offizieller Dealer des gesamten Thor-Steinar Angebots angepriesen wurde, musste was passieren um Imageschaden vom ganzen Center abzuwehren.
Gegen den Tonsberg in Mitte war eine Räumungsklage erfolgreich - das sollte einen Bezirk weiter doch wohl auch funktionieren. Die Jusos-Lichtenberg gaben Anfang November mit einer Presseerklärung den Startschuss. Die Berliner Zeitung berichtete, die anderen Tageszeitungen folgten. Vor zwei Wochen wurde von der Räumungsklage berichtet, die den Doorbreaker bis zur Jahreswende wohl aus dem Center kicken dürfte.
Auf diesem Erfolg sollten wir uns nicht ausruhen. Der Doorbreaker im Lindencenter in Hohenschönhausen verkauft ebenfalls Thor-Steinar. Die aktuelle Aufmerksamkeit muss genutzt werden, um auch diesem Laden das Geschäft mit Nazimarken zu vermiesen.
Solange sich die Öffentlichkeit aus Presse, Vereinen, Parteien und Center-Leitungen dafür interessiert was die Antifa zu sagen hat, können wir auf verschiedenen Ebenen gegen die Nazis vorgehen.
Wenn der Doorbreaker schließt fällt einer der wichtigsten Thor-Steinar-Dealer in Berlin weg. Das bedeutet weniger Laufpublikum für Thor-Steinar, weniger Gewinn für die Betreiber der Marke und das schwächt letztlich auch die Neonazi-Szene!

In diesem Sinne: Kein Weihnachtsgeschäft für Doorbreaker und Thor-Steinar. Finanzkrise und Antifa Power gegen rechten Lifestyle!

Mehr Infos zu Thor Steinar im Internet unter stopthorsteinar.blogsport.de

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Aktuelle Situation der Sinti und Roma in Europa
Bürgerkriegsähnliche Szenen spielten sich am letzten Montag am 17. November in Litvinov-Janov im tschechischen Erzgebirge ab. Hunderte Neonazis stürmten nach einem Aufmarsch unter dem Beifall vieler Schaulustiger eine Siedlung von Roma. Nur mit Mühe konnte die Polizei den Mob nach stundenlangen Straßenschlachten abwehren. Dieses extreme Beispiel illustriert, dass Sinti und Roma in Europa nach wie vor Anfeindungen und Diskriminierung ausgesetzt sind. Jedoch sind dafür nicht nur ein paar vereinzelte Wirrköpfe verantwortlich. Motor dieser Entwicklung sind meist Medien und Politik. Auch bekannte Persönlichkeiten wie der Parteivorsitzende der Christdemokraten in der Tschechischen Republik, Jiri Cunek, fallen immer wieder durch menschenverachtende Äußerungen über Sinti und Roma auf. Er sperrte 230 Sinti und Roma als Bürgermeister der Stadt Wesetin vor die Tür und deportierte sie in Container. Anschließend begründete er diese Maßnahme im tschechischen Fernsehen mit den Worten: ?Ich entferne doch nur ein Geschwür; das machen die Ärzte doch auch.“
Doch auch in anderen Ländern ist die Situation mehr als problematisch. Viele der mehr als 10 Millionen Sinti und Roma in Europa müssen in Slums leben, welche sich meist vor den Toren der Städte befinden. In Rumänien verfügen zum Beispiel nur 70% der Roma-Haushalte über eine direkte Wasserversorgung (1). Doch selbst um diese Unterkünfte müssen viele Bewohner_innen bangen. Ihre Siedlungen sind der Politik und Anwohner_innen ein Dorn um Auge, so dass es nicht selten zu Räumung und Vertreibung kommt. Oft werden die Räumungen nur kurz vorher angekündigt, so dass den Betroffenen die Obdachlosigkeit droht. Aber eine wirkliche Alternative zu den Siedlungen gibt es für die Betroffenen meist nicht, da sie in fast allen Lebensbereichen benachteiligt werden. Dies umfasst auch den Zugang zu Bildung. In Rumänien gibt es zum Beispiel separate Klassen für Kinder aus Roma-Familien. Aber auch der Zugang zu medizinischer Versorgung oder zum Arbeitsmarkt wird meist stark eingeschränkt. Wer jedoch denkt, solche Verhältnisse herrschen nur in Osteuropa, irrt.
Besonders in Italien ist die Situation in letzter Zeit untragbar geworden. Im Mai diesen Jahres griffen etwa hundert Personen mit Schlagstöcken und Molotowcocktails eine Roma-Siedlung in Neapel an und setzten sie in Brand. 800 Menschen mussten daraufhin fliehen. Der Innenminister rechtfertigte derartige Vorkommnisse: "Angriffe auf Einwanderer durch Bürgerwehren geschehen eben, wenn Zigeuner Babys stehlen oder wenn Roma sexuelle Gewalt begehen." Diverse weitere Politiker_innen stellten Roma durch Äußerungen pauschal in eine kriminelle Ecke und trugen zu Anfeindungen bei.
Durch das angeheizte Klima wurden schnell Rufe nach einer Lösung des "Zigeuner-Problems" laut. Folge waren Massenabschiebungen, Sondergesetze zur Erfassung aller Sinti und Roma in speziellen Karteien, sowie die Deportierung in spezielle Lager. Diese liegen nicht selten in direkter Nähe zu Mülldeponien oder anderen gesundheitsschädlichen Orten.
Doch so schlimm die Situation in Italien auch sein mag, es sollte nicht aus den Augen gelassen werden, dass auch in Deutschland Sinti und Roma mit Anfeindungen zu leben haben. In einer Umfrage antworteten knapp 80% aller Befragten, sie seien auch schon häufiger von Diskriminierung betroffen gewesen (2). Und auch als Anfang der 90er Jahre das rassistische Klima
seinen Höhepunkt fand, waren unter den Betroffenen Sinti und Roma. Es gab Brandanschläge, gewalttätige Übergriffe und Zwangsräumungen. Wir sollten dafür eintreten dass es nie wieder soweit kommt und die rassistische Hetze gegen Sinti und Roma ein Ende nimmt.

[1] Amnesty Report 2008, Rumänien
[2] Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Oktober 2006

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Amtsgerichte gegen Hausprojekte

Da vorne am Roedeliusplatz ist das Amtsgericht Lichtenberg. Hier werden vor allem Existenzen zerstört, Häuser zwangsversteigert, Grundbücher geschrieben. Kurz um Zivilrechtssachen verhandelt. Hier wurden in diesem Jahr mehrere Urteile gegen linke Hausprojekte gefällt. Die meist legalisierten Hausgemeinschaften zahlen zwar ordentlich Miete, sind den Hausbesitzern aber ein Dorn im Auge. Organisiert setzen sie sich erfolgreich gegen Mieterhöhungen und Schikanen zur Wehr und tragen politische Kultur in die anliegenden Straßen. Weil in den Hausprojekten außerparlamentarische Stadtpolitik organisiert wird, sich Gruppen treffen können, Solipartys und Veranstaltungen organisiert werden, ist der Senat ebenfalls daran interessiert die Häuser zu schließen. Durch die Stadt Berlin wird also vermehrt Druck auf die Hausbesitzer ausgeübt, die Häuser zu befrieden, die Gemeinschaften zu zerschlagen und linksradikale Politik so zurückzudrängen.
Immer wieder werden Hausprojekte also durch die Besitzer aus verschiedenen Gründen gekündigt und auf Räumung verklagt. In diesem Jahr war unter anderem das Hausprojekt Liebigstraße 14 an der Reihe. Obwohl sich die Bewohner in Verhandlungen um einen Rahmenmietvertrag für das ganze Haus befanden, wurden vom Besitzer Beukler die nötigen Begehungen dazu genutzt, um Informationen für eine Klage zu sammeln. So verklagte er die 28 Bewohner, weil Zwischentüren zum Schutz vor Naziangriffen im Hausflur eingebaut wurden. Diese seien genehmigungspflichtig. Das sah Richter Bach am Amtsgericht Lichtenberg genauso und ordnete die Räumung einer Wohnung im Haus an. Zwei weitere Wohungen gingen ebenso verloren. Explizit wurde in dem Urteil darauf hingewiesen, dass eigentlich das ganze Haus geräumt werden könne, da offenbar alle Mieter diese Zwischentüren billigen würden. Wenn dieser Präzidenzfall Schule macht, sind viele Hausprojekte theoretisch kündbar. Alle, die schonmal in Hausprojekten waren wissen, dass viele bauliche Veränderungen vorgenommen werden mussten, um die Projekte überhaupt im Kollektiv wohnbar zu machen.
Das juristische Hickhack jetzt ist offensichtlich politisch motiviert, um die Häuser loszuwerden. Richter am Amtsgericht Lichtenberg agieren aber nicht nur im Interesse des Senats und der jeweiligen Besitzer, sondern auch weil sie selbst meist im Immobiliengeschäft sind.
Natürlich müssen Hausprojekte alles juristische dafür tun, um nicht so einfach geräumt zu werden, aber für uns gibt es noch andere Ebenen des Widerstands, um unsere Projekte, in denen uns Politik ermöglicht wird, zu supporten. Neben Demos und dem ganzen anderen Antifa-Aktions-Repertoire wies ausgerechnet Richter Bach vom Amtsgericht Lichtenberg vor zwei Monaten im Verfahren gegen die Liebig14 auf weitere kreative Möglichkeiten hin. Angeblich seien Hausbesitzer Beukler und Hausverwalter Rohr Opfer einer Stalking-Kampagne geworden. Wörtlich hieß es bei der Verhandlung: "Die das Grundstück betreffenden, gerichtlichen Verfahren waren begleitet von zahlreichen anonymen Anmeldungen des Hausverwalters Rohr in diversen Vereinen, von Bestellungen von Zeitschriften und Waren in nicht unerheblichem Wert auf Rechnung der Hausverwaltung Rohr bzw. des Anwaltsbüros der Klägerin. Selbstverständlich wurde dabei auch den einzelnen Firmen usw. auch eine Einzugsermächtigung erteilt, von der diese Firmen Gebrauch machten bzw. dies versuchen. Auch die Website der Verwaltung wurde von Unbekannten umgestaltet."

In diesem Sinne. Rock on gegen Juristen-Scheiße! Wir bleiben alle!

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Warum Gefängnisse keine sinnvollen Einrichtungen sind.

Auf der linken Seite seht ihr den Frauenknast Lichtenberg. Hier sitzen knapp 100 Frauen ein. Die Hälfte davon in Untersuchungshaft - sie sind eingesperrt obwohl gegen sie noch kein Urteil gesprochen ist. Berlin ist im Bundesdurchschnitt weit vorne, wenn es um das Einsperren von Menschen geht. Von 100.000 Berlinern sind 154 weggesperrt - insgesamt also knapp 5300 Menschen sitzen in Berlin hinter Gittern.
Der Frauenknast Lichtenberg ist ein Beispiel für die missglückte Strategie der kapitalistischen Gesellschaft mit ihren Unzulänglichkeiten umzugehen. Da wo Ausbeutung, Unterdrückung und freiwillige Unterordnung zum System dazu gehört - wird es immer Menschen geben, die widersprechen, anders leben und deshalb bestraft werden müssen. Der Irrglaube, der in unseren Köpfen herumspukt, ist, daß es Menschen gibt, die da reingehören. Das zeugt nicht nur von einer fehlenden Herrschaftskritik, es verstellt auch den Blick fürs Wesentliche. Das Wegsperren des Kriminellen befreit jeden einzelen von uns, sich mit den drängenden gesellschaftlichen Problemen auseinander zu setzen.
Knast ist die Antwort der Herrschenden auf die sozialen Probleme der Menschen, die in Armut leben. 2/3 aller Gefangenen sitzen aus ökonomisch-sozialen Gründen. Diese Probleme werden verschleiert, indem Lösungsstrategien bestimmter sozialer Schichten als kriminell kategorisiert werden. Gefängnisse dienen nicht nur der Bestrafung - die wesentlichere Funktion ist die Bestätigung der gesellschaftlichen Normen und der Menschen, die es schaffen innerhalb derer zu leben. Der Frauenknast in Lichtenberg ist die permanente Drohung an uns die Norm nicht zu überschreiten.
Auch Antifas sind immer wieder von politischer Repression betroffen und mit Knast bedroht. Auch wir bewegen uns mit manchen Aktionen auf einem Terrain, das als kriminell gilt. Obwohl sich alle einig sind, dass Neonazis scheiße und die Staatsform Nationalsozialismus verabscheuungswürdig ist, werden AntifaschistInnen, die aktiv dagegen vorgehen kriminalisiert. Autonomer Antifaschismus ist Aufklärung, Diskussion, aber vorallem gezielte Intervention die nicht immer gesetzestreu ist. Wer gegen Nazis auf den starken Staat hofft, der meint durch Verbote von Organisationen, das dahinter stehende faschistische Weltbild verbieten zu können.
Derzeit sitzen zwei Antifas in Berliner Knästen, weil sie Gesetze gebrochen haben. Christian S. sitzt drei Jahre, weil er es angebracht fand einen Naziaufmarsch durch Barrikadenbau zu stoppen. Andrea N. sitzt für ein Jahr im Frauenknast Pankow unter anderem weil sie in der Lichtenberger Ausländerbehörde lautstark gegen die rassistische Behandlung von MigrantInnen protestierte.
Immer wieder wurden in den Jahren nach Kriegsende von AntifaschistInnen hohe Strafen für ihre Aktionen gegen alte und neue Nazis billigend in kauf genommen, um politische Ziele zu erreichen. Ihre Ziele waren und sind die unsrigen.Eingesperrt sind wenige, gemeint sind wir alle!
Und deshalb nie vergessen: Wer die Macht hat, hat das Recht! Nur weil wir in einem Rechtsstaat leben und Verfahren relativ rechtmäßig ablaufen, heißt es noch lange nicht, dass es gerecht ist, was täglich in den Gerichten passiert!
Knast ist nicht das Ende, aber der Anfang vom sozialen Abstieg. Deshalb ist es umsowichtiger die Gefangenen zu unterstützen, mit Geld, mit Zuwendung, netten Worten, Briefen oder einem freiheitsbeschleunigenden Jobangebot.
Und weil Knäste keine sinnvolle Funktion in einer solidarischen Gesellschaft haben, müssen langfristig gesehen auch die Knäste und Zwangsanstalten weg.

Gegen dieses System hilft nur Solidarität! Für eine Gesellschaft ohne Knäste!
Kommt zur traditionellen Knastdemo an Silvester: 31.12. um 23 Uhr am U-Bhf. Turmstraße.

Infos zu Christian und Andrea: freechristian.de.vu und freeandrea.de.vu

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Redebeitrag des Hausprojektes XB-Liebig34

Diese Rede soll anstatt der Situationsbeschreibung der Haeusersitationen, allen antifaschistinnen und feministischen Kaempferinnen gewidmet sein, die gegen Unterdrueckungsformen gekaempft haben, bzw. Den Kampf hier und heute weiterfuehren.
Faschistisched Denken ist ein Symptom dieser Welt, die sich in Abgrenzung zueinander definiert. Die Abgrenzungen muessen existieren, um fuer PolitikmacherInnen als Identitaetsstiftendes Machtinstrument annektiert und ins alltaegliche Leben integriert werden zu koennen. Das Empire der Macht muss Unterschiede beleuchten, um ihren Untergeordneten Pseudoidentitaeten verkaufen zu koennen. Diese Pseudoidentitaeten, werden oft durch Religion, Parteilandschaft, Staatenbildung und -erhaltung, Klassentrennungen oder Geschlechterstigmatisierung gestuetzt und bis ins atomare verfestigt.
Kurz: Identitaetspolitik ist in jedem dieser Faelle gefaehrlich, da sich nicht nur Machtstuetzend, sondern vor Allem ausgrenzend ist.
Rassismus ist eine der extremsten Formen, in der die Differenz zwischen kreirter Identiataet und Ausgrenzung explodiert.
Er hat desmalb nicht nur eine geschichtlich der Vergangenheit zugehoerige Bedeutung, sondern eine Praesenz, die jeden Tag spuerbar, sichtbar, hoerbar und fuehlbar ist.
Rassismus ist patriarchal und somit sexistisch.
Er stuetzt den Staat, vor allem dadurch, dass er auf darwinistische Gesellschaftsordnung beruht, und somit hierarchisiserungen als Grundsatz ansieht.
Wir als Feminisitinnen sind dem Hass von Neonazis manchmal staerker ausgesetzt, da Mensch als Frau-sozialisiertes-Wesen und evtl als Lesbe oder Trans-Mensch weniger respektiert wird und vor Allem in schowinistischen Augen kein existenzrecht hat. Oft kommt es zu Frauenfeindlichen, Homophoben oder Transphoben angriffen, es sei erinnert an den Angriff der Grauen Woelfe in Kreuzberg diesen Fruehling oder die vielen nicht festgehaltenen Angriffenn auf Lesbische und Schwule Paare, die ihre Zuneigungen auch in einer solchen Welt nicht verstecken wollen, und dann traumatisiert werden durch schowinistische, Nazistische uebergriffe.
Aus diesem Grund des ewigen Unterordnungszwanges sehen wir es demnach als wichtig, sich ehrlich und aktiv gegen faschismus, rassismus, darwinismus, schowinismus und sexismen einzusetzen, Den eigenen Kraeften entsprechend, Um eine subversive platform fuer die staerke im alltaeglichen Kampf zu bieten, Einen (anarcha)feministischen Konsens leben zu koennen.

Deshalb bleiben alle Hausprojekte da, wo sie sind.
Solidaritaet mit dem nicht vorgelesenen Redebeitrag der Rigaerstrasse 94 gegen Nationalismen jeder Form und der bedrohten Liebigstrasse 14, Allen weiteren Projekten, von denen aus ekstatische Politik ausgeht, Anstelle von einer Politik gefangen in sich selbst, ihrer Geschichte und ihren vergifteten Dogmen.

Wir bleiben alle. Liebigstrasse 34 bleibt femnisitisch und erinnert an Silvio!!!

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Für ein alternatives Lichtenberg

Die Silvio-Meier-Demo neigt sich dem Ende zu, gleich gibt es Vokü in der Schreina
und ab 21 Uhr wird in der k9 gefeiert.
So schön, erfolgreich und antifaschistisch die Demonstration auch war, bleibt Lichtenberg immer noch Lichtenberg.
Weiterhin ist der Weitlingkiez Nazihochburg
Weiterhin werden sozial deklassierte und MigrantInnen angepöbelt,
Menschen aller Coleur die sich gegen Rechts positionieren sind auch zukünftig der Bedrohung von Nazis ausgesetzt.
Die Straßen werden immer noch von Grau dominiert,
die Leute hetzten gestresst von Laden zu Laden,
deprimiert von Leistungsdruck oder Arbeitslosigkeit,
aufgerieben zwischen Geldnot und Überarbeitung.
Unterliegen sie der Verwertungslogik des Kapitalismus.
Genau diese Logik ist es, auf dessen Basis sich faschistische Ideologien etablieren.
Kurzsichtig und frustriert formiert sich der deutsche Pöbel auf Jagd nach Arbeitsplatz klauenden Migrantinnen.
Gemeinsam wird gegen Juden gehetzt, als vermeintliches Symbol des Finanzkapitals. Und Abend für Abend wird am Stammtisch alles Fremde zum Feindbild, gilt es ja die konstruierte Volksgemeinschaft vor äußeren zersetzenden Einflüssen zu schützen.
Diese Suppe aus Pöbelskins, Rechtsrockern, selbsternannten autonomen Nationalisten und deutschen stolzen Prolls ist es, die das Bild Lichtenbergs in der Öffentlichkeit als No-go Area prägen.
Doch schaut mensch genauer hin erblickt das Auge so einiges was nicht in dieses Bild passt. So verzieren getakte Anarchie A´s die grauen Wände, treiben sich auch vereinzelt bekiffte Hippies und alternative Skater rum.
An so manchen Ecken triffste auf Punker und vereinzelt gibt es auch autonome Antifas. Diese alle prägen auch den Stadtteil und wehren sich gegen den faschistischen Straßenterror. Gemeinsam stellen sie sich auch gegen den staatlichen Ordnungswahn und wollen feiern und leben wie, wo und wann sie wollen. Behindert von Anwohnerinnen, die bei jeglichem Anzeichen von Leben auf der Straße die Bullen rufen und so immer mehr Parks und Plätze zu toten Zonen machen, sind auch schon einige Erfolge errungen worden.
So gibt es jährlich das kostenlose OpenAir Festival Rock für Links in der Parkaue. Der daneben liegende Jugendclub „Linse“ hat auch immer offene Türen für alternative und kritisch denkende Menschen. Ein weiterer großer Erfolg für die alternative Szene in Lichtenberg ist das UJZ.
Die Initiative für ein unabhängiges Jugendzentrum hat seit Anfang des Jahres eigene Räumlichkeiten im Jugendclub „Rainbow“ in Karlshorst bekommen. Damit hat sich endlich halbwegs der Wunsch nach einem eigenen Freiraum verwirklicht. Dieser wurde auch schon vielfältig mit Filmvorführungen, Konzerten und Infoveranstaltungen genutzt. Gleichzeitig vergeht kaum ein Monat ohne einen faschistischen Übergriff, sei es dass die Fenster entglast werden, die Wände beschmiert oder die Gegend zugeklebt wird. Wir werten dass als gutes Zeugnis unserer durchaus erfolgreichen antifaschistischen Arbeit.
Denn daran zeigt sich erneut, dass linke Freiräume und der Aufbau einer linken Jugendkultur ein wirkungsvolles Mittel sind um den Aufbau einer rechten Hegemonie zu verhindern und Nazis zurückzudrängen.
Gemeinsam werden wir uns auch am 06.Dezember in Lichtenberg den Nazis in den Weg stellen und ihnen klar und deutlich zeigen, dass sie in Lichtenberg und überhaupt überall nichts verloren haben.
Willst du dich auch in Lichtenberg gegen Nazis engagieren, deinen eigenen Freiraum kreieren, für ein schönes Leben, gegen graue Wände, Ordnungsfanatiker und Bullenschweine?
Dann komm nächste Woche Samstag, am 29.11, ab 16 Uhr ins UJZ zum offenen Treffen. Dann können wir über gemeinsame zukünftige Ideen und Projekte reden. Dabei gibt es Essen und danach Musik. Du findest uns in Karlshorst, in der Hönower Straße 30 im Jugendclub Rainbow, nahe dem U-Tierpark.

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